Ästhetik der Struktur

Gedicht

Das Juwel

Ein Gedicht aus vielerlei Gedanken hat seinen Reiz für mich als Mann,

weil ich so die Facetten meines inneren Leuchtens aufzeigen kann.

Da ist das Licht an mir bereits zurecht vorgekommen,

es werde mir nun nicht von jemandem weggenommen.


Ja, man belasse das so, wie es ist. Trist ist der dunklen Tage trüber Schein,

da sollen in der Nacht die Sterne doch endlich wieder gut zu sehen sein.

So kann ich mich an diesen sehr genau orientieren

und weiß meinen Weg zu lenken, ja die Aufgaben des Schicksals an mich zu kapieren.


Da habe ich das Licht gesehen und mich daraufhin ausgerichtet.

Der wahre Weg sei stets vorhanden, er werde nicht angezweifelt noch die Idee davon vernichtet.

So kann das alles etwas Wahres sein. Nicht allein zur Freude wird es uns gegeben sein.

Manches dient auch gut zur Existenz. Die Pestilenz vergangener Tage hat unser Dasein


beschwert und uns manchen Unfug eingebracht. Gute Nacht möchte ich da endlich sagen.

Zu besseren Tagen wird ein Glück im Leben wiederum wahr werden.

Die Hoffnung habe ihre Berechtigung auf Erden. Doch auch zur Erde hin strebt mein Sinn.

Da komme ich nicht umhin, ihr Danke zu sagen und mich mit den Erfordernissen


dieses Daseins anzufreunden und zu vertragen. So geschieht, was geschehen muss,

es endet aller Überfluss. Nichts ist uns genug gewesen.

Den Verdruss an diesem Leben hat das mit sich gebracht. Wacht auf und gebt euch einen Kuss,

Findet zu euch und habt Freude daran. Das hat schon manchem gutgetan. Wohlan!


Mathias Schneider, 21.09.2020

Gedicht

Das Buch

Hoppla! - Das Buch...

...liegt aufgeschlagen da.

Hoppla! - Da steht ja etwas drin.

Ergibt das einen Sinn? -

Ja, es ist doch ein Buch.

Damit soll es jetzt schon genug sein...

...gesagt sein mit eigenen Worten.

Was sollen diese auch,

die vielen Sprachretorten,

die Wortklone,

das Einerlei?

So, Schluss damit!

(Das Gedicht ist nun vorbei.)


25.09.2012 - Mathias Schneider

Gedicht

Das Ei

An was denke ich?

An das Ei etwa?

Welches Ei denn?

Ach, das Ihrige?

Oh, Entschuldigung!

Haben sie kalt?

Brauchen sie vielleicht eine Decke?

Gedicht

Das Felsmassiv

Oh, wie steht es da so steil und steif.

Das Felsmassiv, es ist bedeckt mit Reif.

Gebirge, ach was bist Du schön.

Könnte nicht alles einfach so weitergehen?


Könnte nicht einfach alles gut werden hier auf Erden,

alles bleiben, wie es ist? -

Bist Du auch noch so grau und trist,

so spüre ich in Dir doch den eigentlichen Gefährten.


Mathias Schneider, am 1.11.2012

Gedicht

Die Mühle

Das Rad möchte der Mann nicht neu erfinden.

Er weiß, dass das nicht gutgehen würde.

Jeder glaubt es, jeder sagt es so,

weil das wahr sein soll.

Oh, es ist jetzt schon wieder spät.

Manches könnte man gerade nicht erreichen,

aber man muss sich trotzdem dazu schinden ohne Gleichen,

um dann am Ende doch allein nur nichts davon zu haben.

So ist er, dieser meinige Schaden.

Da gehen meine Träume baden.


11.06.2013 - Mathias Schneider

Gedicht

Der gute Zweck

Munter bin ich, ei der Daus.

Gehe heute an das Meer hinaus.

Will schauen, was dort für Winde wehen,

und zu meinem Schiffchen hingehen.


Möchte gerne den alten Kahn beladen,

und versenken auf dem Grund.

Möchte all das Üble meistern

aber nicht mehr dessen Macken verspachteln und verkleistern.


So habe ich meine Freude heute

dabei genossen, mich vom Überkommenen freizumachen.

Doch es verbleibt mir keine Beute.

Es sind die anderen, die da lachen.


Eine Regel für das Glück habe ich nicht gekannt.

Manches beschwert mich, lastet auf meinem Genick.

Die Leichtigkeit vergesse ich oft. Sie ist mir kaum bekannt.

Dafür kenne ich keinen Trick.


Mit dem Gedanken im Sinn und der Idee als Gabe

gehe ich mein Leben an.

Ich bin mir dabei fast zu nichts zu schade,

lasse alles Gute daran dran.


So ist es gekommen, dass ich vieles erreiche,

auch wenn mir allein nur wenig zu eigen ist.

Da erwache ich und glaube,

setze mir dafür jedoch keine Frist.


So entsage ich dem Treiben, welches uns so sehr verführt.

Meine Zeit ist mir selten wichtig.

Habe eine Uhr zu eigen, aber auch deren Wert kapiert.

Darum sind für mich viele Dinge nichtig.


Strebsam ist der rechte Mann,

weil er das so gerne ist.

Da hat er getan, was er so kann,

doch das Leben zeigt es Dir bald schon auf, wer Du wirklich bist.


Da sprechen viele Münder durcheinander und geben etwas kund.

Vertraue besser nicht darauf, was Dir so zu Ohren kommt.

Die Schicksalsmächte sind gesünder, ihre Wahrheit offenbart keinen solchen Schlund.

Sie haben es nicht aufgezeigt, wie er geht, der Leben Lauf, doch erfährst Du alles prompt.


Dein eigen Leben, das eigene Glück, dafür mache Dich bereit.

So ist es geschehen. Bringe das hervor.

Menschen, die zu Zeiten streiten, sind nicht gescheit

gewesen, da schließt sich für manchen schon das Tor.


Munter ist jetzt der Kahn beladen, mit Gedanken fast schon überfrachtet.

Bin nach der dunklen Nacht gespannt, was heute geschehen wird in unserem Land.

So ziehe ich meine Bahnen auf dem Weg, deswegen gelte ich bei einigen als umnachtet.

Meine Kreise sind vielen unbekannt, ich zeichne sie noch immer getreulich und von Hand.


Da spreche ich es an und sage damit etwas aus.

Mich macht das Dasein zu einer Zecke und doch bleibe ich unterdessen heiter.

Mancher Türgriff ist daran, sie schließe ich Dir auf.

Stellt man das Meinige auch in eine Ecke, so wuchert doch die Hecke weiter.


Mathias Schneider, am 20.09.2020

Gedicht

Der Bauernladen

Gemüse und gut,

ich habe etwas Buntes im Blut.

Ich sehe alles in Farben,

rot leuchten da bei mir die Tomaten.


Ich stehe da und bin fasziniert.

So etwas ist mir hier passiert.

Doch es würde nicht ein LSD so bei mir machen,

und es ist auch nicht der weiße Schnee gewesen.


Nein, es macht das schöne Licht,

dass diese Dinge mir so leuchten.

Sein Glanz soll mir einmal alles bedeuten.

Ich würde darauf nicht gerne verzichten wollen.


Ich kaufe da etwas ein aus der Natur

im Bauernladen und mein Schwur

gilt. - Ich möchte keinen Schaden mehren.

Da will ich etwas direkt aus Baden, vielleicht die Erdbeeren.


Das Gemüse mag ich frisch und fein.

Zucchini grün und klein, so sollen sie für mich gerne da zu finden sein.

Kartoffeln, gelb, rot und blau, das sei ihre Farbe.

Ganz genau, gut dass ich genug Geld dafür übrig habe.


'Was macht das Alles zusammen?', so frage ich hier dann

und schaue mir die Käsesorten an.

Etwas Brot gibt es dazu auch.

He, wie gut, ich kriege da immer für mich genug, was ich brauch'.


Alles das schmeckt so herrlich frisch

und kommt zuhause gleich auf unseren Tisch.

Es ist so gut hier einzukaufen,

man hat auch gar nicht weit zu laufen.


Mathias Schneider, 23.06.2013

Gedicht

Der Berg

Wie steht er da, so steif und fest?

Das ist mein Gedanke, welcher mich gerade verlässt.


Seinen Sinn möchte ich begreifen

und an dem dabei aufgefundenen Befinden reifen.


Wie wenig ist es doch, was ich schon kann.

Dennoch tue ich es dann und wann.


Ich setze mich an des Berges Fuß

und umarme diesen Luftikus.


Wie gerne bin ich bei ihm, da.

Bei schönem Wetter, es ist sonnenklar.


Bewachsen ist er mit Wald und Reben,

so soll es diesen Berg jetzt für mich wahrlich geben.


Auf jeden Fall gehe ich dann irgendwann wieder weiter,

und bleibe unterdessen heiter, heiter, heiter.


24.09.2012 Mathias Schneider

Gedicht

Der eigene Duktus

Was soll all das Gerede von den Wahrheiten?

Eine Einzige allein wird uns vorgegeben sein.

Keiner kann es sich nehmen, wie er möchte.

Keiner, aber auch wirklich keiner.

Es wäre dumm, das zu verkennen.

Es wäre blöde, so etwas nicht zu kapieren.

Wird das endlich jemand akzeptieren?


Auf Umwegen laufe ich da nach Hause.

Geplättet bin ich vor lauter Sorge um mich selbst.

Kann kaum mehr gerade gehen, noch so dastehen.

Kann kaum mehr sitzen.

Könnte da nichts mehr für mich bewirken.

Da habe ich es auch nicht verstanden,

warum man mir nicht helfen möchte.


Es ist nicht möglich gewesen, ein solches Schicksal anzuerkennen?

Das soll jetzt meine Frage sein. Dabei wird es doch jedem eingegeben sein, was er für sich hat.

Warum soll es so schwierig zu erkennen sein, wie sehr ein anderer unter seinem Los leidet?

Katastrophenalarm, ja, der wird hierzulande gerne pro forma praktiziert.

Doch zu unserem Nutzen ist nichts geschehen, da wird wenig passieren.

Wie traurig es da doch ist, als Mensch im eigenen Loch zu vegetieren.

Verkommen ist mein ganzes Gut. Jetzt reicht es mir, das ist genug.


Solch ein Duktus aus meiner Hand ist mir wohlbekannt.

Habe ich einmal nach dem Glück gegriffen, so habe ich Krämpfe verspürt.

Verbiege ich mich, verkomme ich. So sehr habe ich mich drangsaliert.

Stürze ich mich aber erst ins Leben, dann falle ich auch hin.

Fresse ich meinen Frust in mich hinein, dann bleibe ich trotzdem mit mir allein.

Da bin ich verdammt. Ein Scheindasein sollte das Leben dennoch nicht sein.

Es zerbricht meiner eigenen Sache Sinn und ich bin fast schon dahin.


Da peinige ich mich oftmals und verzage, solche Leiden sind eine ungewisse Plage.

Habe ich mich erst aufgerichtet, gebe ich mir auch einen Ruck.

Kämpfe plötzlich gegen manchen Wind an, aber er entweicht dann doch geschwind.

Einen törichten Gegner habe ich mir da ausgesucht. Es soll das Leben sein.

Schrecklich ist das, oh verflucht. Ich fühle mich so klein.

Wie ein Unwissender habe ich mich benommen,

meine Augen sehen es verschwommen.


So soll das gehen.

Bin zu mir zuweilen ungerecht gewesen und erscheine zudem eitel,

als würde mein Herz keine ehrliche Freude an sich getragen haben.

Da habe ich oftmals dem Richtigen widersprochen

zu meiner Jugend früheren Zeiten, in vermeintlich besseren Tagen.

Egal was mir auch passiert, es hat keiner einen Zweck davon kapiert.

So lebt es sich wie angeschmiert.


Mathias Schneider, am 01.11. 2012

Gedicht

Der Schrittmacher

Oft sitze ich da - schweigend.

Würde nichts zu denken haben.

Sitze da, in meiner Klarheit - gedankenlos.

Ich bin froh darum, wenigstens das zu wissen.

Ich bin froh darüber, mir dabei bewusst zu sein.


Aufmerksam bin ich - auch für mich selbst.

Gewahre und bewahre das Meinige.

Finde es zuweilen an mir vor.

Nichts hat es da gegeben, was mir gefehlt hat.

So wird es wahr sein.


Es ist also das alles für mich wahr.

So ist alles gut gewesen, genau.

Es ist da auch gänzlich richtig.

Genau so wird es sein. Genau so geht es.

Nichts Weiteres erahnend, habe ich auch nichts mehr als das bedacht.


Hunderte Dinge geschehen derweil. Keines davon habe ich getan.

Hunderte Dinge passieren mir, ohne dass allein nur eines davon recht gewesen ist.

Ich denke da vielfach nach. Mein Geist, der klärt sich auf.

Den einen Schatz, den wahren Satz habe ich noch nicht gefunden.

Das gute Wort habe ich oftmals ohne Grund geschunden.


Da entdecke ich, fragend mich, das eigene Sein und im Beisammensein damit mein unentwegtes Gewahren.

Hundertfach habe ich das Gleiche bedacht und zuweilen ganz unbedacht dabei gelacht.

Das alles wirkt so ohne Sinn, bin schwach.

Flach atme ich, weiß kaum bei Kräften dabei zu sein.

So sitze ich da, jedoch bleibt das alles so sonderbar.


Schrecklich ist das Leben allein nur wegen einem solchen Verweben aller Dinge zu einem Stoff.

Schön wird da das Leben aber auch allein nur darum geworden sein, weil wir es uns erhalten, so fein und klein.

Keine Kultur und kein Erbe besteht bei mir, alles vergeht hier,

aber es keimt auch erneut wieder bei mir auf.

Jetzt bekomme ich endlich den gesuchten Lauf.


Da bereite ich es so auf, wie es für mich gewesen ist.

So strebe ich geradewegs darauf zu, was ich mir zurecht vorgegeben habe.

Bringe endlich die hundert Lichter daran an und verspüre redlich meiner Seele Einklang.

Da wirke ich zwar alt, aber ich bitte um Vergebung, erkenne der Dinge Sein

an. Ich möchte mir bewahren diesen eigentlichen Schein, das menschliche Sein.


Der löchrigen Maske entrissen sitze ich jetzt da und bin doch etwas traurig.

Das, was ich niemals gewesen bin, wird mir nun offenbar.

Ich bestehe voller Kummer und Sorge. Da borge ich mir aus einer fernen Zeit etwas von der noch bestehenden Heiterkeit.

Kämpfe an gegen manche Entrückung trotz all meiner gegenwärtigen Schwäche.

Kämpfe an gegen meinen Krieg im Inneren. Bitter wird mir da alle Option auf einen Sieg. Da soll sich mir der Weg erinnern.


Vergrämt ist doch mein Herz. Welch düsteren Scherz hat dieses Leben für mich ausgedacht. Es ist Nacht.

Schwer wiegt das alles. Was mir eingegeben ist, dass sollte nicht umsonst gewesen sein.

Schwer trage ich an dieser Bürde, halte sie kaum aus.

Da erinnere ich mich an unsere Würde und das Glück im Haus.

So vergeht die Nummer mit dem Kummer und das Lied ist fast schon wieder aus.


Die Liebe und das Mitgefühl sind mir gänzlich genommen, an meinem Herzen sind sie trotzdem vorgekommen.

Es versagen mir jetzt viele Kräfte, doch es erstarken meine Lebenssäfte.

Es endet all mein Scherzen hier. Das ist solch ein schales Bier.

Es hört das alles auf wahr zu sein. Ich bin nun wirklich auf mich gestellt.

Ich störe manchen mit meinem Wahn. So erscheine ich anderen in der Welt.


Gute Nacht. Ich klage keinen an, habe genug vollbracht und lasse endlich alles Reden sein.

So möchte ich etwas Echtes an mir verspüren können. Ich richte mich wiederum auf.

Da wanken die Dinge, es bekommt auch das Schicksal einen Lauf.

Es preschen mit einem Mal die Gedanken hervor. Da öffnet sich das Tor.

Es geht hindurch ein Mann ohne Pracht, einfach und heiter, dessen Herz ihm lacht.


So richte ich mich darauf ein, das soll mir nun willkommen sein.


Mathias Schneider, 20.09.2020

Gedicht

Die Bestellung

Horch, kommt da die Post?

Horch, haben wir jetzt schon Frost?

Habe ich genug Geld?

Bin ich denn kein Mann von Welt?


All die vielen schönen Dinge,

von denen ich gerne meine Lieder singe,

sie bringt der Bote mir ins Haus.

Darum schaue ich so oft zum Fenster hinaus


und frage mich, wo er denn bleibt.

Habe vieles mir auf die Weise schon einverleibt.

Will weiterhin auch wachsen.

Fortschritt, Unterstützung, das sind dabei für mich die Achsen.


Nichts Böses möchte ich.

Es ist aber trotzdem ein Beschiss, das sei gewiss.

Was habe ich aber sonst anderes zu tun?

Also nun...


Die Post ist gut, ja, sonnenklar.

Das Päckchen auch, das ist doch wahr.

Unsinnig wird es jedoch sein,

dass ich es andauernd so mache.


Im Grunde ist es wirklich etwas abgehoben.

Ich bin inzwischen sehr verschroben.

Freue mich jetzt sogar bereits über etwas Geld.

Habe selbst nichts zu eigen, welch eine öde Welt.


Gefällt bin ich

gerade so, als wäre ich wie ein altersschwacher Baum.

Keiner braucht mich, ja das stimmt.

Man verlangt nach mir kaum.


Wie schrecklich das doch für andere klingen muss,

wenn ich diese Arie singe so voller Verdruss.

Meine Lebenszeit, die verrinnt derweil.

Da verliere ich all mein Seelenheil.


Lustig wäre das mitnichten. Doch wir werden es sehen.

Ich denke da, trotz manchem Scherz

gut würde das nicht lange mehr so gehen.

Das geht mir auf Dauer wohl zu sehr ans Herz.


25.09.2012 - Mathias Schneider

Gedicht

Der Ursprung

Ach, wie lustig sind doch die Propheten.

Sie erkennen die Natur der Dinge an.

Doch würden sie nicht so viel davon reden,

ließe sich das auch von uns machen, dann und wann,


denn das Erkannte gilt es doch zu fügen.

Da kann man etwas davon verstehen

und bräuchte nicht so oft zu lügen,

egal welche Winde da bei uns auch wehen.


Eine Frage von steter Vehemenz kommt mir da bald vor.

Es soll die Frage nach dem eigenen Ursprung sein.

Hat nun die Henne das Ei gebildet oder was war da zuvor?

Solcherart habe ich lachend gedacht. Das hat alles seinen Schein.


Da überkommt mich wie sonst auch manch ein Schimmer.

Das Ei gibt es doch überall, die Natur ist voll davon.

Eine Henne, die ist dagegen so speziell wie allein nur der Hahn.

Genügt uns das nicht schon?


Wer da jetzt noch Zweifel am wahren Ursprung hat,

der werde hier jetzt ganz geschoren.

Der frage sich, was war denn zuerst da,

sein Kopf oder die Ohren?

Gedicht

Die Zwiebel

Das Ding dort unter Deinem Schopf,

ja genau, Dein eigener Kopf,

der ist, nimmt man es penibel,

auch eine Gemüsezwiebel.


Erst klein und dann noch ohne Kraft,

ganz weich und voller Lebenssaft,

später hartschalig und ein hohler Knochen,

in dessen Innerem wir unsere eigene Suppe kochen.


Wie eine Zwiebel so vielschichtig und gänzlich ohne Eile

entwickelt es sich gut, bitte bleibe, ja verweile.

Von Innen heraus wird es geschaffen,

obwohl alle stets auf die Hülle davon gaffen.


Gar schön soll der Vorhof dazu sein,

voller Pracht und Glanz der Garten,

ganz kurz einmal 'das Gesicht' genannt. So fein

werden Deine Züge sein, alles andere kann da noch warten.


Hoch ist er, dieser Zwiebelknollen,

und wurzelig sind seine Glieder.

Alles das hat seinen Grund. Dafür gilt es Dank zu zollen,

wägt man es ab, das Für und Wider.


Mathias Schneider, 21.11.2012

Gedicht

Kälte

Kalt hat man es dort am Körper, wo es eigentlich warm sein soll.

Doch auch eine übermäßige Hitze beschert Dir manch ein Leid.

So macht es keinen Spaß.

Ein frisches Lüftchen wird es da sein, was ich an mir verspüren möchte.


Ein Bisschen vom Schönen und nicht allein nur das Laue,

denke ich da, während ich einen Keks verdaue.

Die paar Krümel sind es in meinem Magen,

welche meiner Seele Grund so herrlich laben.


Derweil scheint die Sonne und es kühlt der Wind.

Junge Zufriedenheit, ein gutartiges Gefühl kommt da bei mir auf.

Ein Gedanke, wie eine Ranke, kommt da vor und doch - so schnell wie er wieder zerrinnt,

geschehen vielerlei Dinge im Leben zuhauf.


Etwas, das mir meinen Geist zerwühlt, möchte ich nicht an mir haben.

Dafür bin ich nicht bereit gewesen. Es wäre jetzt an der Zeit

da zu sein und angefüllt mit dem Empfinden einer ordentlichen Redlichkeit

sich selbst anzunehmen, ja das Gute endlich zu vertragen.


Mathias Schneider, gegen Ende Oktober 2012

Gedicht

Mein kleines Paradies

Fliegen liegen auf dem Boden.

Was möchte ich hier noch verweilen?

Es ekelt mich, was mir gegeben ist.

Das Dasein ist so trist.

Wieso soll ich mich eilen?

Den toten Fliegen nachzueifern tue ich mich schwer.

Da erhebe ich mich und gehe,

bitte sehr, fort von diesem Ort.

Möchte es da auch ein Besen getan haben,

es überdauert dieser Schaden dennoch alle Zeiten.

Ich möchte nicht gegen das Schicksal streiten.

Ist es mir auch willkommen,

so sehe ich das Wesentliche davon doch verschwommen.

Mit Tränen im Auge stehe ich da,

Alles das, was gegeben ist, empfinde ich auch als wahr.


Mathias Schneider, Offenburg, im September 2019

Gedicht

Ich könnte mir nicht helfen

Die Wissenschaft lügt, wo sie kann.

Es fängt schon mit ihrem Namen an.

Denn Wissen, das ist so eine Sache,

ist manchmal kaum mehr als ein schnödes Gemache.

Da umwehen uns viele Sprüche,

aber leider keine Wohlgerüche.

Was sie zu eigen hat,

das steht dann auf einem anderen Blatt.

So gelehrig kann man da sein,

dass man auf solch ein Wesen fällt herein.

Es würden auch nicht die Girlanden lohnen.

Da wandelt sich vieles auf leisen Sohlen

und wird übersehen wegen all der Pracht und Zier,

mit der sich die Menschen schmücken hier.

Manche Menschen lügen unverhohlen.

Da wird alles durch sie preisgegeben,

was nicht im wissenschaftlichen Sinn

Mainstream sein würde. Ich glaube, dass ich spinne.

Derweil verkommt das eigene Leben.

Ich finde da kaum etwas Gutes daran,

man hört es meinen Worten gewisslich an.

So sehr ich mich auch geschunden habe,

ihren Beitrag zu verstehen,

muss ich doch jetzt schon wieder klein beigeben.

Sie verlangt es allein für sich, das Recht.

Das find ich so schade.

Ich habe darum nichts mit ihr anzufangen gewusst.

Darum habe ich einen irrsinnigen Frust.

Werde gerne, doch könnte ich es nicht.

Habe jedoch keinen Verzicht

meiner eigenen Rechte bekräftigt.

Es hat mich so beschäftigt.

Doch eines weiß ich schon vorab zu sichern.

Das Übermaß an Wissen bringt uns alle noch einmal um.

Da sind wir allesamt so klug gewesen, doch sterben leider trotzdem dumm.

Ich sage das gerade mit einem Kichern.

Ein Schalk, der treibt mich um.


Korrigierte Fassung vom 14.04.2020, in Offenburg

Gedicht

Ein Freibrief für die Wissenschaft

Ein Freibrief für die Wissenschaft!

In ihr offenbart sich Gotteskraft!

Was sie uns schon gelehrt hat,

das hat ihr Recht gegeben.

Womit sie sich befasst hat,

das kommt uns sehr gelegen.

Darum soll von nun an ihre Macht gepriesen sein.

Man erhebe sie zu einer Kunst, ja das wäre fein.

Gepriesen sind die Dinge, weil sie kaum einfach so geschehen.

Man kann sie vorbestimmen, das ungewisse Schicksal wird vergehen.

Da hat der Mensch sich groß gemacht

mit Pomp und mit Geschwafel.

Da hat keiner mehr über sie gelacht,

das ist der neue Adel.

Ach, wessen Herren das jetzt sind?

Frage mich das nicht, Du liebes Kind!

Deren aller gute Taten

führen trotzdem einmal zu unserem Schaden.

Denn, es sei wahr, das ist jetzt gesprochen.

Wer den Bauch voller Blähungen hat

dem ist auch einmal ein Furz aus dem Hinterleib gekrochen.

und so wendet sich das Blatt.

Was einmal gut und teuer gewesen ist,

das hat man heute nicht mehr gerne angesehen.

So verstreicht nun Frist um Frist,

das Glück liegt mehr und mehr in weiter Ferne und wird darum vergehen.

Gedicht

Bücher haben nicht gedacht

Ein Buch, das hat nichts wahrgenommen.

So frei es auch geschrieben ist,

es bleibt doch ein ziemlich unklares Ding fürwahr.

Sein Geist verweht und ist verschwommen.

Da hat es für uns einen richtigen Wert,

dass wir auf dieses 'Pferd' nichts gewettet haben.

So überkommt uns wegen ihm kein Schaden.

Da schlagen wir es wiederum zu.

Daraufhin erkennen wir es im Nu,

woran wir uns einmal gebildet haben.


Mathias Schneider, 20.09.2020

Gedicht

Mein Draht zu Gott

Es gibt eine Wahrheit, die wir kennen.

Das wäre die Unbeirrbarkeit des Schafotts.

Gerne lasse ich mir etwas sagen,

doch ich habe einen eigenen Draht zu Gott.


Da hat man manchen Grund zum Flennen,

wenn der Herren Tadel uns ereilt.

Dann bricht uns das im Leben,

der Schmerz ist da, weil er bei uns verweilt.


Da haben all die guten Worte, mit denen jene sprechen,

einen tieferen Sinn.

Mir erscheint mein Wesen als Gebrechen.

Ich denke, dass ich spinn'.


Solche Herren gibt es gar viele.

So viele, wie es sind, kann mir das allein nur schaden.

Meine Hände tragen Schwielen,

da sollen mich diese allesamt einmal gerne haben.


Offenburg, den 14.04.2020

Gedicht

Das ist keine Kunst

Mancher Kritiker der Laien,

kann deren Unverstand nicht leiden.

Da kann er es ihnen auch kaum verzeihen,

was sie ihm von ihren Ideen unterbreiten.


So ist es auch mir einmal geschehen,

in Offenburg am schönen See.

Da hat man meine Malereien angesehen,

und serviert dazu manchen Tee.


Das sind feine, liebliche Gartenkräuter

und dazu gibt es etwas Gesang

zum freudigen Überschwang

der emotionalen Dickhäuter.


Fett hat man mir dort eins übergebraten,

verbal und auch mit Zierde.

Dekorativ wäre es, mein Geschmiere,

doch von Kunstfertigkeit würde nichts zu verspüren sein.


So macht man einen klein.

Da wird mancher zum Herrn über solche Dinge. Fein!

Da habe ich, trotz seinem Spott, mit einem lange Zeit gesprochen.

Bin innerlich fast verbrannt dabei, doch er ist derweil so frei in seinen Worten.


Da ist die Nacht bald über mich gekommen.

Manches davon sehe ich bis heute so verschwommen.

Doch eines dabei wird mir jetzt klar.

Das soll keine Kunst sein. So erwidere es auch ich. Das ist wunderbar!


Offenburg, den 14.04.2020

Gedicht

Nichtigkeit

Die Kunst, mit ihrem Sachverstand

treibt Blüten aus im ganzen Land.

Was da nicht alle gekonnt haben!

Ich bleibe zuhause, muss erst einmal baden.


Die Malerei, als freie Kunst

hat mich so schwerfällig gemacht.

Um mich herum verweht der Dunst,

es riecht bei mir noch sehr nach Nacht.


Da bin ich unter das Wasser gegangen,

es perlt so schon auf meiner Haut.

Ich träume von Bildern, die an den Wänden prangen.

Meine Sehnsucht wird sehr laut.


Doch meine Kunst sollte das nicht sein.

Es sei der anderen Leute gut gelungenes Werk.

Mit meiner Sache stehe ich noch allein da.

Man verlacht sie gerne, macht mich so zu einem Zwerg.


So stehe ich da, fest ist die Kette

um meinen Fuß herum gespannt.

Verdammt bin ich an diese Stätte,

es nimmt keiner Kenntnis davon in diesem Land.


Offenburg, den 14.04.2020

Gedicht

Reflexion

Ein einzelnes Wort, für sich genommen,

bildet noch keinen ganzen Satz.

Da haben die Menschen sehr darum gerungen.

Um anderer Leute Sprachschatz

ist es mir gerade nicht gegangen.


Da höre und sehe ich, wie die Worte an den Wänden prangen,

und erblicke das vor meinen Augen.

Ich habe damit nichts angefangen.

Vereinbar mit mir ist das nicht gewesen.

Doch wer zahlt die Zeche dafür hernach am Tresen?


So höre ich manches Wort,

auch manches, was andere da sprechen.

Es raunen die Winde etwas an jedem Ort.

Das zu vernehmen ist fast wie ein Gebrechen.

Es tut mir in der Seele stechen.


Ja, mancher Stich ist demjenigen zu eigen,

der etwas auf sich gehalten hat.

Man möchte das hier nicht vergeigen,

es wäre das Wort, was etwas gezählt hat.

Ich sage es unverhohlen.


Man hat es mir befohlen.

Mir ist da einmal etwas aufgetragen worden,

das ich für Sie nun zum Besten gegeben habe.

Derweil sind manche Winde wie abgestorben,

es ist in der Luft kein Leben. Schade.


Offenburg, den 15.04.2020

Gedicht

Der Fall der Autorität

Die Autoritäten befinden sich seit längerem schon im Widerstreit.

Welche von ihnen ist gescheit?

Aber welche von ihnen wäre gescheiter?

Da kommt er ja, der nächste Streiter.


Ein Recht ist, was für alle gleichermaßen

stets auf die gleiche Weise besteht.

Da ist es für manchen unter uns schon zu spät geworden,

man möchte die Zeit gerne zurückdrehen, macht sich seine Sorgen.


Mensch, wie kannst Du das verstehen?

Was macht sie aus, die bissige Meute

von solchen Leuten, wie wir sie kennen heute?

Aber wann soll das wieder vergehen?


So hat man es hier schon oft erlebt.

Menschen, die einander nicht verstanden haben,

tragen schwer an solch einer Bürde.

Die hat man sich gegenseitig einmal auferlegt.


Offenburg, den 15.04.2020

Gedicht

Ein Wesen aus Licht

Störe Dich nicht an meinem Befinden.

Was auch immer mich muss schinden,

es sollte nicht für Dich gegeben sein.

Bleib allein!

Impuls

Wellenschlagen

Position und Opposition,

Rede und Widerhall,

Widerhall und Gegenrede;

Zerwürfnisse allemal,

Ärger, Wut, aber auch

Freude und Hoffnung erscheinen da.

Schimmert das Licht erst,

dann glänzt auch der Boden wieder.