Ästhetik der Struktur

Gedicht

Das Buch

Hoppla! - Das Buch...

...liegt aufgeschlagen da.

Hoppla! - Da steht ja etwas drin.

Ergibt das einen Sinn? -

Ja, es ist doch ein Buch.

Damit soll es jetzt schon genug sein...

...gesagt sein mit eigenen Worten.

Was sollen diese auch,

die vielen Sprachretorten,

die Wortklone,

das Einerlei?

So, Schluss damit!

(Das Gedicht ist nun endlich vorbei.)


25.09.2012 Mathias Schneider

Gedicht

Das Ei

An was denke ich?

An das Ei etwa?

Welches Ei denn?

Ach, das Ihrige?

Oh, Entschuldigung!

Haben sie kalt?

Brauchen sie vielleicht eine Decke?

Gedicht

Das Felsmassiv

Oh, wie steht es da so steil und steif.

Das Felsmassiv, es ist bedeckt mit Reif.

Gebirge, ach was bist Du schön.

Könnte nicht alles einfach so weitergehen?


Könnte nicht einfach alles gut werden hier auf Erden,

alles so bleiben, wie es ist? -

Bist Du auch noch so grau und trist,

spüre ich in Dir doch den Gefährten.


Mathias Schneider, am 1.11.2012

Gedicht

Das Rad

Das Rad möchte der Mann nicht neu erfinden.

Er weiß, dass das nicht gut gehen würde.

Jeder glaubt es, jeder sagt es so,

weil das wahr sein soll.

Oh, es ist jetzt schon spät.

Manches könnte man jetzt eben gerade nicht erreichen,

man muss sich dazu schinden ohne Gleichen,

um dann am Ende doch wieder nichts davon zu haben.

So ist er, dieser meine Schaden.

Da gehen meine Träume baden.


11.06.2013 Mathias Schneider

Gedicht

Das Schiff

Munter bin ich, ei der Daus.

Gehe heute an das Meer hinaus.


Will schauen, was dort für Winde wehen,

und zu meinem Schiffchen gehen.


Möchte derweil den alten Kahn beladen,

und versenken auf dem Grund.


Möchte alle diese Dinge meistern

und nicht immerzu etwas daran überspachteln und verkleistern.


Möchte damit beginnen Schöneres zu singen,

auch wenn die Leute dann etwas wegen mir spinnen.


Da versuche ich es mein eigenes Gut zusammenzukratzen.

Danach möchte ich einfach nur heimgehen und ratzen.


Heimbringen will ich all mein Gut dann,

auf dass sich etwas bei mir bewahrheiten kann.


Möchte es schöpfen aus dem Meer.

Der Anfang davon soll mein Schiffchen sein, na also, bitte sehr.


24.09.2012 Mathias Schneider

Gedicht

Der Bauernladen

Gemüse und gut,

ich habe etwas Buntes im Blut.

Ich sehe alles in Farben,

rot leuchten da die Tomaten.


Ich stehe da und bin fasziniert.

So etwas ist mir zuvor noch nicht passiert.

Doch es würde nicht das LSD so bei mir machen,

und es würde auch nicht der weiße Schnee sein.


Nein, es macht das schöne Licht,

dass diese Dinge mir so leuchten.

Das Licht soll mir einmal alles bedeuten.

Ich würde darauf nicht gerne verzichten.


Ich kaufe da etwas ein aus der Natur

im Bauernladen und mein Schwur

gilt. - Ich möchte keinen Schaden mehren.

Da will ich etwas direkt aus Baden, vielleicht die Erdbeeren.


Tomaten - rot, frisch und fein.

Zucchini grün und klein, so sollen sie für mich gerne sein.

Kartoffeln, gelb, rot und blau, das ist ihre Farbe.

Ganz genau, gut dass ich das Geld dafür übrig habe.


'Was macht das Alles zusammen?', so frage ich dann

und schaue mir auch noch die Käsesorten an.

Etwas Brot gibt es dazu.

He, wie gut, ich kriege da immer für mich genug.


Alles das schmeckt so herrlich frisch,

es kommt zuhause gleich auf unseren Tisch.

Das ist so gut hier einzukaufen,

man hat auch gar nicht so weit zu laufen.


Mathias Schneider, 23.06.2013

Gedicht

Der Berg

Wie steht er da, so steif und fest?

Es ist ein Gedanke, welcher mich da gerade verlässt.


Mit eigenen Worten möchte ich ihn begreifen

und an dem dabei gefundenen Befinden reifen.


Wie wenig ist es doch, was ich kann.

Dennoch tue ich es dann und wann.


Ich setze mich an des Berges Fuß

und umarme diesen Luftikus.


Wie gerne bin ich bei ihm, da.

Bei schönem Wetter, es ist sonnenklar.


Bewachsen ist er mit Wald und Reben,

so soll es diesen Berg jetzt geben.


Auf jeden Fall gehe ich dann irgendwann wieder weiter,

und bleibe unterdessen heiter, heiter, heiter.


24.09.2012 Mathias Schneider

Gedicht

Der eigene Duktus

Was soll all das Gerede von der Wahrheit?

Eine solche wird vorgegeben sein.

Keiner kann es nehmen, wie er möchte.

Keiner. Aber auch wirklich keiner.

Es wäre dumm, das zu verkennen.

Es wäre blöde, so etwas nicht zu akzeptieren.

Wird das endlich wer kapieren?


Auf allen Vieren laufe ich da nach Hause.

Geplättet bin ich vor lauter Sorge um mich selbst.

Kann kaum mehr gerade gehen, noch stehen.

Kann kaum mehr sitzen.

Könnte so nichts mehr bewirken.

Da würde ich es so auch nicht verstehen,

warum man mir nicht helfen möchte.


Es würde nicht leicht sein, das Schicksal eines anderen Menschen anzuerkennen? -

Soll das eine Frage sein? - Dabei wird es ihm doch eingegeben sein.

Warum soll es so schwierig sein, das zu erkennen, wie sehr einer unter seinem Los leidet? -

Katastrophenalarm, ja, der wird hierzulande gerne praktiziert.

Doch zu Deinem Nutzen würde nichts getan werden, da ist bisher wirklich nichts passiert.

Wie traurig ist es doch, da als Mensch zu vegetieren im eigenen Loch.

Verkommen ist das ganze Gut. Jetzt ist es mir genug.


Jener Duktus meiner eigenen Hand ist mir schon gar wohlbekannt.

Greife ich nach etwas, so habe ich dabei jedoch nichts als Krämpfe verspürt.

Verbiege ich mich, verkomme ich auch, wann immer etwas geschieht, ja wann immer man sich drangsaliert.

Stürze ich mich ins Leben, dann falle ich dabei arg hin.

Fresse ich aber meinen Frust in mich hinein, dann bleibe ich doch genauso allein.

Da bin ich dazu verbannt. Ein verbales Scheindasein soll das sein, ich werde da bald kleiner noch als klein sein.

Da zerbricht meiner eigenen Seele Sinn und ich bin fast schon dahin.


Da peinige ich mich selbst und verzage dann nicht, trotz all diesem Leiden.

Möchte mich aufrichten, kann mir aber noch keinen gewissen Ruck geben.

Kämpfe gegen einen inneren Wind, grausam ist der, aber er entweicht mir doch geschwind.

Einen törichten Gegner habe ich mir da ausgesucht. Es ist das Leben.

Schrecklich ist das, oh verflucht. Ich fühle mich daneben.

Wie ein kleines Kindlein habe ich mich da gerade benommen,

kann heulen, aber würde dadurch doch nichts anderes bewirken als verschwommen zu sehen.


So soll das gehen. Bin zu mir oftmals so ungerecht und eitel,

als würde ich mein Herz nicht auf dem rechten Fleck tragen.

Da habe ich dem Wahren entsagt und bin nicht einmal bei den Leuten deswegen in die Kritik gekommen.

Ich leiste mir manchen Kracher, einen nach dem anderen bringe ich da hervor.

Doch hat das keinen mehr gekümmert. Für alle anderen bin ich nur ein Thor.

Egal was mir auch passiert, es hat keiner einen Sinn davon kapiert.

So lebt es sich wie angeschmiert.


Zurück zur Gegenwart zieht es mich jetzt. Ich entledige mich all dieser öden, leeren Worte.

Enthalte mich von der sinnentleerten Retorte des Einerleis.

Zur Speise nehme ich diese Breis aus Worten.

Kraft, kehre da wieder zu mir selbst zurück. Sinn, Du solltest nicht mehr von mir ablassen.

Finde endlich heim, kehre um zu mir. So geschieht es. Dafür möchte ich gerne danken.

Komme nochmals zu mir zurück. Das soll mein wichtiger Gedanke hier dafür sein.

Bin ich auch klein, bin ich auch allein, es soll wohl einfach so sein.


Mathias Schneider, am 01.11. 2012

Gedicht

Der Schrittmacher

Oft sitze ich da - schweigend.

Würde nichts zu denken haben.

Sitze da, in meiner Klarheit - gedankenlos.

Ich bin froh darum, wenigstens das zu wissen.

Ich bin froh darüber, mir dabei bewusst zu sein.


Aufmerksam bin ich - auch für mich selbst.

Gewahre und bewahre das Meinige.

Finde es zuweilen an mir selbst vor.

Nichts hat es da gegeben, was mir da noch fehlt.

Es fehle also nichts. So wird es wahr sein.


Es ist also das alles wahr.

So ist alles, genau.

Es ist auch gänzlich richtig.

Genau ist das, genau so.

Nichts Weiteres erahnend, würde ich auch nichts mehr als das bedenken.


Hundert Dinge geschehen derweil. Keines davon wird mir recht dazu sein, es doch zu tun.

Hundert Dinge passieren mir. Wenn allein nur eines davon mir nicht zu schlecht sein würde.

Ich denke da hundertfach nach. Doch ich habe das alles nicht so richtig verstanden.

Nichts würde ich dagegen tun können. Den einen, wahren Satz habe ich dabei nicht aufgefunden.

Das gute Wort hat keinen Platz mehr bei mir. Ich habe es zu oft ohne Grund geschunden.


Da erkenne ich, fragend, mein eigenes Sein und im Beisammensein damit mein Gewahren.

Hundertfach habe ich das Gleiche bedacht, jede Nacht, ganz unbedacht dabei gelacht.

Bin allein, bin jetzt so klein, wie ich das noch niemals zuvor gewesen bin. Alles ist so ohne Sinn.

Bin so schwach. Flach atme ich, bin selbst kaum wach dabei. Das ist eine arge Sache und ein blödes Gemache.

So sitze ich da, etwas wird mir dennoch dabei gewahr. Jedoch bleibt es so sonderbar.


Schrecklich wird dieses Leben allein nur wegen der uns eingegebenen menschlichen Natur sein.

Schön ist das Leben aber auch allein nur wegen ihr geworden. Beinahe wäre es mir verdorben.

Die Kultur und das Erbe, alles vergeht, aber alles keimt auch erneut wieder auf. Jetzt bekomme ich einen Lauf.

Ich ahne das Meinige. Bleibe so trostlos dabei und gewinne doch zuweilen auch endlich einen Anhauch von Heiterkeit.

Schwach, schwächer, noch stärker mich schwächend begreife ich etwas. Jetzt wirke ich sogar kurzzeitig kopflos.


Bereite ich es denn bald auf, was ich noch nicht gewesen bin?

Strebe ich da nicht geradewegs auf etwas zu, was ich nicht sein würde?

Bringe ich endlich die hundert Lichter meiner Seele miteinander in Einklang, so blende ich mich dadurch bald auch.

Da bitte ich, bangend um das Meinige, um Vergebung, erkenne der Dinge Sein an und warte noch lang.

Will bewahren diesen eigentlichen Schein, das Sein.


Der Maske entrissen sitze ich jetzt da und bin traurig.

Das, was ich nicht sein könnte, wird mir nun offenbar.

Ich sitze da, bin so voll Kummer und Sorge. Da borge ich mir aus anderer Zeit etwas an Heiterkeit.

Kämpfe an gegen die Entrückung trotz all meiner gegenwärtigen Schwäche.

Kämpfe an gegen diesen einen Krieg im Inneren. Bitter wird mir da alle Option auf einen Sieg, daran kann ich mich erinnern.


Vergrämt ist mein Herz. Welch düsterer Scherz dieses Lebens wird das wohl sein? Zu verzeih'n hat keinen Sinn?

Schwer wiegt das alles, was mir gerade eingegeben ist. Wahrscheinlich wird es auch vergebens sein.

Meine Würde tragend halte ich das aus. Das Gewicht dieses Daseins lastet schwer auf mir. Wann kapier ich es denn endlich?

Da trage ich es als Träger. Es zieht mich so sehr herunter, schwerer noch als ein Kasten Bier. Da gehe ich in die Knie.

Ich habe bisher noch nicht geklagt, bin aber auch keine Sekunde lang froh dabei gewesen.


Liebe und Mitgefühl sind einst an meinem Herzen vorgekommen.

Es versagen mir jetzt jedoch die Kräfte dazu. Es endet all mein Scherzen hier. Das ist ein fades Bier.

Es hört da alles auf wahr zu sein, was ich habe wird allein nur vergebens sein. Ich bin nun wirklich auf mich selbst gestellt.

Ich störe manchen. Nur mehr ungern klopfe ich an den Türen der anderen Leute an.

Es stehen diese Worte unter einem tiefgehenden Bann. Mit Zuversicht habe ich es mir da nicht zu eigen gemacht.


Gute Nacht. Ich klage an . Richte mich aber auch sogleich darauf ein, einmal der Verlierer zu sein.

Möchte das Meinige nicht zu Grunde führen. Habe es aber auch zu kapieren, wie es ist und was das soll. Toll!

Da möchte ich etwas Echtes verspüren. Will mich aufrichten, diesen anwährenden Streit schlichten und doch...

Es wanken die Dinge. Es preschen da die Sinne vor. Es schmerzen meine Knochen, die Sehnen, das Fleisch.

Tausendfach entkommt meinem Mund ein Seufzen und Stöhnen. Ich möchte davon nichts mehr beschönigen.


Es richtet mein Geist sich daraufhin auf mit einer Kraft, wie sie mir jetzt dieser Gedanke verschafft.

Ein Opfer annehmen, das könnte ich nicht tun. Ein Opfer abzugeben, das versage ich da nun.

Kein Weg steht mir mehr offen, nichts würde mir da noch einerlei davon sein.

Worte wie Brei, mehlig und zerkocht, schmierig und doch ungar kommen da zuhauf bei mir vor. Alles das wird etwas Schreckliches sein.

Angst kommt auf wegen fehlender Sorge. Fehlende Sorge kommt auf wegen Unwissen. Der Unrat wird mehr.


Herz - was leidest Du so sehr? - Sprich Deinen Kummer aus, erwache von diesem trostlosen Schlummer. Besinne Dich auf Dein eigenes Haus.

Herz - komm zu Dir und sprich mit mir ein paar tröstende Worte. Erlöse Dich bei mir von Deinem Bann irgendwann.

Sprich raunend bei stimmigen Gedanken. Komme nicht mehr ins Wanken.

Sprich zähmend und zäunend von den Gespinsten Deines Gemüts, Deines Geblüts. Es sollte nicht schwanken.

Fülle Dich wieder an mit sorgloser Wonne. Tausendfach fülle Deine hölzerne Tonne, jene prachtvolle, den Kelch.


Trage reich an diesen Lasten und gehe empor zur Anhöhe des Glücks.

Steig auf zu den Himmeln und singe weiter Dein Lied.

Sprich erst zagend und klärend von Deinen eigenen Dingen. Sie werden schon wahr sein und stimmen.

Sprich von Deinem Guten zuerst in zögerlicher Weise, aber sei dabei nicht zu leise.

Da wird das Wort noch dunkel gefärbt sein, vom Wetter gegerbt sind auch Deine Narben.


Sprich raunend die Worte, die bisher so selten über Deine Lippen gekommen sind, die Wonnen.

Sprich redlich. - Glück auf! - So soll es Dir in diesem Leben etwas heißen, es zu verheißen und anzupreisen.

Es kommen die unwahren Dinge da endlich an ihr Ende.

Es kommt das Versagen zutage und mit ihm weitere Plagen des Seins für jene, wegen derer ich mich so schäme.

Bitter wird dieser Sache Nachgeschmack sein.


Herz, erhöre das Wort von mir, ehe Du daran noch zerbrichst.

Den Klang Deiner Glocke lasse hell ertönen.

Nichts Krummes geschehe da mehr bei Dir wie bei mir. Es soll wahrlich keinen solchen Krieg mehr geben.

Sprich! - Du von Gram so sehr beschwertes Herz. Ertrage endlich diesen Schmerz.

Lass erschallen Deinen Klang überall. Dein Hall ertöne im All, allüberall.


Es dichtet jedoch der Dichter hier mit Worten nur.

Seinen Lippen entkommt dabei manch einer seiner Gedanken.

Keines dieser Worte macht es ihm leichter. Kein Sinn macht ihn strebsamer als dieser.

Schwer ist das Leben und das ist so gut.

Das soll es geben und jetzt ist es endlich wieder genug.


Sommersonnenwende 2013, 21.06.2013; Mathias Schneider

Gedicht

Die Bestellung

Horch, kommt da die Post?

Horch, haben wir jetzt schon Frost?

Habe ich genug Geld?

Bin ich denn kein Mann von Welt?


All die vielen schönen Dinge,

von denen ich gerne ein Lied hier singe,

sie bringt der Bote mir ins Haus.

Darum schaue ich oft zum Fenster hinaus


und frage mich, wo der denn bleibt.

Habe vieles mir so schon einverleibt.

Will weiterhin auch wachsen.

Fortschritt, Unterstützung, das sind dabei für mich die Achsen.


Nichts Böses möchte ich da tun.

Es ist wie ein Beschiss, das ist mir gewiss.

Was habe ich aber sonst zu tun?

Also nun...


Die Post ist gut, oh sonnenklar.

Das Päckchen auch, das ist so ja wahr.

Unsinnig wird jedoch jene Sache dabei sein,

dass ich das dauernd so mache. Nein, das würde nicht fein sein.


Im Grunde ist es wirklich etwas abgehoben.

Ich bin nun inzwischen doch schon sehr verschroben.

Freue mich jetzt sogar bereits über etwas Geld.

Habe selbst nichts zu eigen, öde Welt.


Gefällt bin ich, gerade so wie ein altersschwacher Baum.

Keiner braucht mich, ja so ist es. Man will mich kaum.

Mich kann man in der Pfeife rauchen.

Ich bin zu fast nichts zu gebrauchen.


Wie schrecklich das doch klingen muss,

wenn ich diese Arie singe mit Verdruss.

Meine Lebenszeit, die verrinnt derweil.

So verliere ich all mein Seelenheil.


Lustig soll das mitnichten sein. Doch wir werden es sehen.

Ich denke da, trotz manchem Scherz

gut würde das nicht gehen.

Das geht mir auf Dauer so sehr ans Herz.


25.09.2012 Mathias Schneider

Gedicht

Der Ursprung

Ach, wie lustig sind doch die Propheten.

Sie erkennen die Natur der Dinge an.

Doch würden sie nicht so viel davon reden,

ließe sich das auch von uns machen, dann und wann,


denn das Erkannte gilt es doch zu fügen.

Da kann man etwas davon verstehen

und bräuchte nicht so oft zu lügen,

egal welche Winde da bei uns auch wehen.


Eine Frage von steter Vehemenz kommt mir da bald vor.

Es soll die Frage nach dem eigenen Ursprung sein.

Hat nun die Henne das Ei gebildet oder was war zuvor davon da?-

Solcherart habe ich gedacht. Da soll schon vieles deswegen geschehen sein.


Das Ei gibt es doch überall,

die Natur ist voll davon.

Eine Henne, die ist dagegen so speziell wie ein Hahn.

Würde diese Antwort nicht überaus toll sein?


Wer da jetzt noch Zweifel an seinem Ursprung hat,

der wird hier jetzt ganz geschoren.

Der frage sich, was war zuerst da,

der Kopf oder die Ohren?

Gedicht

Die Zwiebel

Das Ding dort unter Deinem Schopf,

ja genau, Dein eigener Kopf,

der ist, nimmt man es penibel,

auch eine Gemüsezwiebel.


Erst klein und dann noch ohne Kraft,

ganz weich und voller Lebenssaft,

später hartschalig und ein hohler Knochen,

in dessen Innerem wir unsere eigene Suppe kochen.


Wie eine Zwiebel so vielschichtig und gänzlich ohne Eile

entwickelt es sich gut, bitte bleibe, ja verweile.

Von Innen heraus wird es geschaffen,

obwohl alle stets auf die Hülle davon gaffen.


Gar schön soll der Vorhof dazu sein,

voller Pracht und Glanz der Garten,

ganz kurz einmal 'das Gesicht' genannt. So fein

werden Deine Züge sein, alles andere kann da noch warten.


Hoch ist er, dieser Zwiebelknollen,

und wurzelig sind seine Glieder.

Alles das hat seinen Grund. Dafür gilt es Dank zu zollen,

wägt man es ab, das Für und Wider.


Mathias Schneider, 21.11.2012

Gedicht

Kälte

Kalt hat man es dort am Körper, wo eigentlich warm sein soll.

Doch auch eine übermäßige Wärme beschert Dir manch ein Leid.

So macht es keinen Spaß.

Ein frisches Lüftchen wird es sein, was ich da an mir verspüren möchte.


Ein Bisschen vom Schönen und nicht allein nur das Laue,

denke ich da, während ich einen Keks verdaue.

Die paar Krümel sind es in meinem Magen,

welche meiner Seele Grund so herrlich laben.


Derweil scheint die Sonne und es kühlt der Wind.

Junge Zufriedenheit, ein gutes Gefühl kommt da bei mir auf.

Ein Gedanke, wie eine Ranke, kommt da vor und doch - so schnell wie der wieder zerrinnt,

geschehen vielerlei Dinge im Leben zuhauf.


Etwas, das mir meinen Geist zerwühlt, möchte ich nicht an mir haben.

Dafür würde ich nicht bereit sein, es wäre jetzt an der Zeit

da zu sein und angefüllt mit dem Empfinden einer ordentlichen Richtigkeit

sich selbst anzunehmen, ja das endlich zu vertragen.


Mathias Schneider, gegen Ende Oktober 2012

Gedicht

Mein kleines Paradies

Fliegen liegen auf dem Boden.

Was möchte ich hier verweilen?

Es ekelt mich, was mir gegeben ist.

Das Dasein ist so trist.

Wieso soll ich mich eilen?

Den toten Fliegen nachzueifern tue ich mich schwer.

Da erhebe ich mich und gehe,

bitte sehr, fort von diesem Ort.

Möchte es da auch ein Besen getan haben,

es überdauert dieser Schaden dennoch alle Zeiten.

Ich möchte nicht gegen das Schicksal streiten.

Ist es mir auch unwillkommen,

so sehe ich das Wesentliche davon doch verschwommen.

Mit Tränen im Auge stehe ich da,

Alles, was ist, empfinde ich als wahr.


Mathias Schneider, Offenburg im September 2019

Gedicht

Ich könnte mir nicht helfen

Die Wissenschaft lügt, wo sie kann.

Es fängt schon mit ihrem Namen an.

Denn Wissen, das ist so eine Sache,

ist manchmal kaum mehr als ein schnödes Gemache.

Da umwehen uns viele Sprüche,

aber leider keine Wohlgerüche.

Was sie zu eigen hat,

das steht dann auf einem anderen Blatt.

So gelehrig kann man da sein,

dass man auf solch ein Wesen fällt herein.

Es würden auch nicht die Girlanden lohnen.

Da wandelt sich vieles auf leisen Sohlen

wegen all der Pracht und Zier,

mit der sich die Menschen schmücken hier.

Manche Menschen lügen unverholen.

Da wird alles durch sie preisgegeben,

was nicht im wissenschaftlichen Sinn

Mainstream sein würde. Ich glaub, ich spinn.

Derweil verkommt das eigene Leben.

Ich find kaum etwas Gutes daran,

man hört es meinen Worten gewisslich an.

So sehr ich mich auch geschunden habe,

ihren Beitrag zu verstehen,

muss ich doch jetzt schon wieder klein beigeben.

Das find ich so schade.

Ich habe darum nichts Rechtes damit anzufangen gewusst.

Da habe ich einen irrsinnigen Frust.

Werde gerne, doch könnte ich es nicht.

Habe jedoch keinen Verzicht

meiner eigenen Rechte bekräftigt.

Es hat mich so beschäftigt.

Doch eines weiß ich schon vorab zu sichern.

Das Übermaß an Wissen bringt uns alle einmal um.

Da sind wir allesamt so klug gewesen, doch sterben leider dumm.

Ich sage das gerade (noch) mit einem Kichern.

Der Schalk, er treibt mich um.


Korrigierte Fassung vom 14.04.2020, in Offenburg

Gedicht

Ein Freibrief für die Wissenschaft

Ein Freibrief für die Wissenschaft!

In ihr offenbart sich Gotteskraft!

Was sie uns schon gelehrt hat,

das hat ihr Recht gegeben.

Womit sie sich befasst hat,

das kommt uns sehr gelegen.

Darum soll von nun an ihr Herz gepriesen sein.

Man erhebe sie zu einer Kunst, ja das wäre fein.

Gepriesen sind die Dinge, weil sie kaum einfach so geschehen.

Man kann sie vorbestimmen, das Schicksal wird vergehen.

Da hat der Mensch sich groß gemacht

mit Pomp und Geschwafel.

Da hat keiner mehr gelacht,

das ist der neue Adel.

Ach, welche Herren das jetzt sind?

Frag mich das nicht, Du liebes Kind!

Deren aller gute Taten

führen trotzdem einmal zu unserem Schaden.

Denn, es ist wahr, das ist jetzt gesprochen.

Wer den Bauch voller Blähungen hat

dem ist auch einmal ein Furz aus dem Leib gekrochen.

und so wendet sich das Blatt.

Was einmal gut und teuer gewesen ist,

das hat man heute nicht mehr gerne.

So verstreicht nun Frist um Frist,

das Glück liegt mehr und mehr in weiter Ferne.

Gedicht

Mein Draht zu Gott

Es gibt eine Wahrheit, die wir kennen.

Das wäre die Unbeirrbarkeit des Schafotts.

Gerne lasse ich mir etwas sagen,

doch ich habe einen eigenen Draht zu Gott.


Da hat man manchen Grund zum Flennen,

wenn der Herren Tadel uns ereilt.

Dann bricht uns das im Leben,

der Schmerz ist da, weil der bei uns verweilt.


Da haben all die guten Worte, mit denen jene sprechen,

einen tieferen Sinn.

Mir erscheint mein Wesen als Gebrechen.

Ich denke, dass ich spinn'.


Der Herren gibt es gar viele.

So viele, wie es sind, kann mir das allein nur schaden.

Meine Hände tragen Schwielen,

da sollen mich diese allesamt einmal gerne haben.


Offenburg, den 14.04.2020


Gedicht

Das ist keine Kunst

Mancher Kritiker der Laien,

kann deren Unverstand nicht leiden.

Da kann er es ihnen auch kaum verzeihen,

was sie ihm von ihren Ideen unterbreiten.


So ist es auch mir einmal geschehen,

in Offenburg am schönen See.

Da hat man meine Malereien angesehen,

und serviert dazu manchen Tee.


Das sind feine, liebliche Gartenkräuter

und dazu gibt es etwas Gesang

zum freudigen Überschwang

der emotionalen Dickhäuter.


Fett hat man mir dort eins übergebraten,

verbal und auch mit Zierde.

Dekorativ wäre es, mein Geschmiere,

doch von Kunstfertigkeit würde nichts zu verspüren sein.


So macht man einen klein.

Da wird mancher zum Herrn über solche Dinge. Fein!

Da habe ich, trotz seinem Spott, mit einem lange Zeit gesprochen.

Bin innerlich fast verbrannt dabei, doch er ist derweil so frei in seinen Worten.


Da ist die Nacht bald über mich gekommen.

Manches davon sehe ich bis heute so verschwommen.

Doch eines dabei ist mir jetzt klar.

Das ist keine Kunst. Das sage auch ich. So ist es wunderbar!


Offenburg, den 14.04.2020

Gedicht

Nichtigkeit

Die Kunst, mit ihrem Sachverstand

treibt Blüten aus im ganzen Land.

Was da nicht alle gekonnt haben!

Ich bleib zuhause, muss erst einmal baden.


Die Malerei, als freie Kunst

hat mich so schwer gemacht.

Um mich herum verweht der Dunst,

es riecht noch sehr nach Nacht.


Da bin ich unter das Wasser gegangen,

es perlt so schon auf meiner Haut.

Träume von Bildern, die an Wänden prangen.

Mein Wesen ist da etwas versaut.


Nein, meine Kunst sollte das nicht sein.

Es ist der anderen Herren gut gelungenes Werk.

Mit meiner Sache stehe ich da, allein.

Man verkennt sie, macht mich zu einem Zwerg.


Da stehe ich, fest ist die Kette

um meinen Fuß herum gespannt.

Verdammt bin ich an diese Stätte,

es nimmt keiner Kenntnis in diesem Land.


Offenburg, den 14.04.2020

Gedicht

Reflexion

Ein jedes Wort, für sich genommen,

bildet noch keinen Satz.

Da haben die Menschen sehr gerungen.

Um ihren eigenen Sprachschatz

ist es mir dabei gerade nicht gegangen.


Da höre ich, wie die Worte an den Wänden prangen,

und sehe das vor meinem Gesicht.

Ich könnte damit nichts anfangen.

Vereinbar mit mir ist das nicht gewesen.

Doch wer zahlt diese Zeche hernach am Tresen?


Doch höre ich auch manches Wort,

was andere da so sprechen.

Es raunen die Winde an jedem Ort.

Das zu vernehmen ist ein Gebrechen.

Es muss in der Seele stechen.


Ja, mancher Stich ist dem zu eigen,

der etwas auf sich hält.

Man möchte es hier nicht vergeigen,

es ist das Wort, was zählt.

Ich sage es unverholen.


Man hat es mir so befohlen.

Mir ist da etwas aufgetragen worden,

das ich nun zum Besten gebe.

Derweil sind manche Winde wie abgestorben,

es ist in der Luft kein Leben.


Offenburg, den 15.04.2020

Gedicht

Der Fall der Autorität

Die Autoritäten befinden sich im Widerstreit.

Welche von ihnen ist gescheit?

Aber welche von ihnen ist gescheiter?

Da ist er ja, der nächste Streiter.


Ein Recht, für alle gleichermaßen

stets auf die gleiche Weise besteht.

Da ist es für manchen schon zu spät,

man möchte die Zeit gerne zurückdrehen.


Mensch, kannst Du das verstehen?

Was macht sie aus, die bissige Meute

von solchen, wie wir sie kennen heute?

Aber wann soll das vergehen?


So hat man es schon oft erlebt.

Menschen, die einander nicht verstehen würden,

tragen schwer unter solchen Bürden.

Die haben sie sich gegenseitig auferlegt.


Offenburg, den 15.04.2020

Gedicht

Ein Wesen aus Licht

Störe Dich nicht an meinem Befinden.

Was auch immer mich muss schinden,

es sollte nicht für Dich gegeben sein.

Bleib allein!

Impuls

Wellenschlagen

Position und Opposition,

Rede und Widerhall,

Widerhall und Gegenrede;

Zerwürfnisse allemal,

Ärger, Wut, aber auch

Freude und Hoffnung erscheinen da.

Schimmert das Licht erst,

dann glänzt auch der Boden wieder.